Die Wohnverhältnisse sind alles andere als menschenwürdig.
Viele Bewohner leben in Bambus- bzw. Blechhütten. Mit der Zeit faulen bei den ergiebigen Monsunregen die geflochtenen Bambuswände. Gegen Wind dient zur Abdichtung Lehm, bröckelt aber nach einiger Zeit ab. Manche Menschen bauen sich aus dem Blech der Teertonnen vom Straßenbau eine Behausung.
Die Hütten haben ein bis drei Räume. In dem Wohn- / Kochraum wird auf offenem Feuer gekocht wird. Die Feuerstelle ist aber auch die einzige Wärmequelle in der Winterzeit, an der man sich auf niedrigen Schemeln gerne zusammen setzt. Zusätzlich hat jede Familie auch einen 2-flammigen Tisch-Gaskocher, der für das Teekochen gerne benützt wird. Sanitäre Einrichtungen und Baderaum fehlen. Die Menschen waschen sich hinter irgendwelchen Verschlägen, die auch der Notdurft dienen. Steinhäuser erhalten außerhalb eine gemauerte Toiletten- und Waschzelle. Wasseranschluss und Kanalisation gibt es nicht.
Das Wasser müssen sich die Bewohner von den öffentlichen Wasserstellen holen. Wer in Flussnähe wohnt, leitet Wasser, meist in defekten Schläuchen, vom Fluss zur Hütte bzw. Haus.
Nur wer ein geregeltes Einkommen hat, kann sich vielleicht irgendwann ein Steinhaus leisten, so z.B. Staatsangestellte.
Salesianer Pater Joseph (verstorben 2023) gründete das Projekt "Bosc-Home" (einfache Steinhauser) für arme Tagelöhnerfamilien. Bis 2022 entstanden 18 Bosc-Home-Häuser . Einige Häuser wurden von unseren Spendern finanziert. Die Häuser bestehen normalerweise aus drei Räumen, ohne Sanitär, ohne Wasserleitung, lediglich eine Stromversorgung ist installiert. Allerdings steht oftmals der Strom nur wenige Stunden täglich oder gar nicht zur Verfügung.
In der Monsumzeit von Juni bis September fallen kräftige Regen. Die Temperaturen steigen bis ca. 30 Grad C und darüber.
Im Winter Dez./Jan. erreichen die Temperaturen tagsüber 18 Grad C , sinken jedoch nachts auf 5 Grad C und weniger. Heizungen kennt man nicht. Der Wind pfeift durch die Bastwände. Tilwar schreibt: „ Unser Vater dichtet die Wände mit Zeitungen, damit der Wind nicht durchzieht“. Die Temperaturen bleiben jedoch außen und innen gleich. Etwas Wärme gibt es nur an der Feuerstelle. Wenn die ausgebrannt ist, geht man früh abends ins Bett, aber auch da frieren die meisten Bewohner, weil sie sich nicht mehrere Schlafdecken leisten können.
2015 und 2016 konnten ca. 90 große Doppelschlafdecken finanziert werden. Unter einer Decke finden mehrere Familienmitglieder Wärmeschutz. Unsere Entwicklungshelfer aus der Oberpfalz verteilten erstmals die Wärmespender an besonders Arme. Hans und Luca berichten uns von ergreifenden Szenen voller Dankbarkeit.
Selbst in gemauerten Gebäuden wie Schule und Internat sind die Zimmer im Winter kalt. Wärmequellen gibt es nicht. Die Patres und die Schüler sitzen mit Schals, Mützen und dicken Jacken im Studierraum oder am Esstisch. Deswegen sind in der kalten Jahreszeit von Dezember bis Anfang Februar die Schulferien.
In der Salesianerstation mit dem Schulgebäude läuft immer wieder der Dieselgenerator. Das Stromnetz in Indien ist zu schwach, um dauerhaft alle Abnehmer zu versorgen. Besonders in der Monsunzeit kommt es häufig zu Stromausfällen. Durch die Spende der Weltkirche/Erzdiözese Bamberg konnte 2017 ein neuer Generator gekauft werden, ohne dem der Schulbetrieb nur eingeschränkt laufen könnte, und vor allem hilft dieser den Internatskindern, die bis 21.00 Uhr lernen.